Sport
Judo stammt aus Japan und bedeutet übersetzt „der sanfte Weg“.
Das Prinzip dieser Kampfsportart ist die „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand“. Besonders der Körperkontakt wird zur Orientierung genutzt. Angriffe können meist schneller erfühlt als über den Sehsinn wahrgenommen werden. Daher ist Judo auch besonders als inklusive Sportart geeignet.
Voraussetzung für den Judosport sind einfache Bodenturnelemente wie z. B. Vorwärts- und Rückwärtsrollen. Diese Elemente werden mit den Anfängerinnen trainiert. Haben sich die Sportlerinnen diese Techniken angeeignet, wird mit einem Partner auf einer 8×8 Meter großen Matte geübt.
Die Judoka lernen verschiedene Wurftechniken, mit deren Hilfe sie ihren Gegner zu Boden bringen. Außerdem wird den Judoka vermittelt, wie sie ihren Gegner so festhalten, dass dieser wehrlos ist. Gleichzeitig werden den Kampfsportlern Techniken nahegebracht, um sich aus den Griffen des Gegners zu befreien. Dies wird zunächst in der Bodenlage, dann im Kniestand und zuletzt im Stand trainiert.
Die Judoka können verschiedene Gürtel von weiß (Anfänger) bis schwarz (Profi) erwerben. Um den nächsthöheren Gürtel zu erlangen, muss der Kämpfer eine praktische Prüfung ablegen. Beim Judo handelt es sich um eine Sportart, bei der in verschiedenen Gewichtsklassen gekämpft wird. Die Wettkampfzeit ist dabei nach Altersklassen festgelegt.
Judo ist eine Sportart, die sowohl den Körper als auch den Geist trainiert. Selbstdisziplin und Achtung vor sich und anderen werden dabei gelernt.
Wing Chun ist eine relativ junge chinesische Kampfkunst, die vor ca. 300 Jahren von Nonnen in einem Kloster begründet wurde.
Diese Art der Selbstverteidigung ist darauf ausgelegt, sich gegen körperlich überlegene Personen durchzusetzen. Dabei kommt es vor allem auf ausgereifte Technik und die Sensibilität des Tastsinns an.
Im Vordergrund stehen die Hand- und Armtechniken, die aus der Grundhaltung (Wu Sao / Man Sao = schützende Hand / suchend-fühlende Hand) hervorgehen. Dabei suchen die Hände bzw. Arme den Kontakt zum Gegner, spüren dessen Druck und nutzen diesen für einen Gegenangriff. Somit ist Wing Chun eine Kampfkunst, die zur gleichen Zeit Verteidigung und Angriff beinhaltet.
Ein wichtiger Bestandteil des Wing-Chun-Trainings ist das „Gefühlstraining“, das sogenannte Chi Sao („klebende Arme“). In dieser Übungsform bleiben die Arme der Übungspartner im ständigen Kontakt und vollführen fließende Bewegungen. Aus dieser Grundform heraus vollziehen die Trainingspartner verschiedene Angriffe, auf die intuitiv reagiert wird. Die dadurch erlernten Reflexe ermöglichen es den Trainierenden, wesentlich unmittelbarer und schneller auf Angriffe zu reagieren, als es der Sehsinn zulassen würde.
Ferner schult Wing Chun nicht nur die Reflexe, sondern fördert auch die Gesundheit und Körperwahrnehmung der Trainierenden. Aufgrund dieser Fokussierung auf den Tastsinn und die Tastreflexe ist Wing Chun als inklusive Sportart besonders geeignet.
Beim Rudern handelt es sich um eine integrative Sportart. Sportler können im Zweier, Vierer oder Achter rudern. In einem Boot, in dem eine Person oder mehrere Personen mit Sehbeeinträchtigung mitrudern, gibt es einen sehenden Lotsen. Mittlerweile haben sich viele Rudervereine etabliert, in denen inklusiv Sport getrieben wird.
Der Sehsinn wird für das Erlernen der Bewegungsabfolge nicht benötigt. Auch Sehende rudern mit dem Rücken zum Ziel und haben in vielen Bootsklassen einen Steuermann an Bord. Ein Mensch der blind ist und mit dem Rudersport beginnt tastet zunächst das Boot am Ufer ab. Danach kann das Boot zu Wasser gelassen werden. Zur Orientierung werden die Rudergriffe taktil markiert, um die Lager der Ruder um die Achsen zu erfühlen.
Rudern bietet als Sportart neben dem Mannschaftserlebnis vor allem das Naturerleben. Rudern vereint eine ganzkörperliche Belastung mit äußerst geringem Verletzungspotential.
Seite des deutschen Ruderverbandes
Rudern als inklusives Sportangebot
Klettern wird heute meist als Sport betrieben und kann in verschiedenen Umgebungen stattfinden.
So gibt es zum Beispiel in fast jeder Stadt Kletterhallen, in denen die Sportlerinnen vorbestimmte Routen klettern können. Diese Routen sind je nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet – so ist von Anfängerin bis Profi für alle etwas dabei. Natürlich wird man beim Klettern immer von einem Partner mit einem Seil gesichert. Eine Ausnahme bildet das sogenannte Bouldern, bei dem nur in Absprunghöhe, vor allem in der Vertikalen, geklettert wird. Zusätzlich liegen hier Matten, sogenannte „Crashpads“, unter der Kletterwand, sodass Absprünge keine Verletzungen nach sich ziehen.
Auch die sogenannten Kletterparks erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Diese Parks haben meist einen hohen Erlebnischarakter und sind so angelegt, dass die Kletterer Abenteuerliches erleben. Hier gilt es zum Beispiel, Bäume zu erklimmen, sich auf Seilen von einem Baum zum nächsten zu bewegen oder mit der Seilbahn zu fahren. Oft sind Kletterhindernisse auch nur gemeinschaftlich, zum Beispiel in Zweierteams, zu bewältigen.
Klettersport gibt es nicht nur in speziell dafür ausgelegten Anlagen, sondern auch in natürlicher Umgebung. Klettern kann man zum Beispiel an Felswänden, Gebäudefassaden, in Gletschern oder sogar in Höhlen.
Aufgrund der besonderen Anforderungen an den Tastsinn, die das Klettern an die Sportlerinnen stellt, kann diese Sportart inklusiv ausgeübt werden. Das Ertasten geeigneter Felsvorsprünge oder Griffe zum Festhalten und zur sicheren Platzierung der Füße ist für sehende Sportlerinnen genauso wichtig wie für nicht sehende. Der Tastsinn steht beim Klettern klar im Vordergrund und führt so zu einem Körpererlebnis der besonderen Art.
Tanzen ist eine Form der Bewegung, die Menschen seit jeher begeistert und aus der sie Kraft schöpfen können.
Schon in frühen Zeiten wurde getanzt – sei es in Form von Fruchtbarkeits- und Jagdritualen oder als standardisierte Bewegungsabläufe zur Musik.
Mit der Entwicklung verschiedener Musikstile entstehen auch immer neue Tanzrichtungen. Doch eines haben sie alle gemeinsam: den Ausdruck durch den Körper. Tanzsport bietet nicht nur ausgelassene Bewegung, sondern auch eine einzigartige Möglichkeit, Gefühle auszudrücken.
Dass man beim Tanzen vor allem ein gutes Rhythmusgefühl braucht, wird schnell deutlich – schließlich bewegt man sich im Takt der Musik, sei es beim Tango, Walzer, Hip-Hop oder bei den vielen anderen Tanzstilen.
Einen besonderen Erlebnischarakter bieten Tanzrichtungen, die als Paartanz ausgeübt werden, wie z. B. der Tango oder der Rock’n’Roll. Hier ist auch ein Gespür für die eigenen Bewegungen sowie für die des Tanzpartners bzw. der Tanzpartnerin wichtig.
Ob Tauchen als Freizeitvergnügen oder als „Sporttauchen“ ausgeübt werden kann, ohne gesundheitliche Risiken einzugehen, sollte mit dem behandelnden Augenarzt abgeklärt werden.
Beim Apnoetauchen hält der Taucher die Luft an und wird nicht künstlich mit Sauerstoff versorgt. Beim Schnorcheln hingegen kann man sich kurz unter der Wasseroberfläche bewegen und durch den Schnorchel atmen. Beim Gerätetauchen kann der Taucher sehr lange unter Wasser bleiben, da er kontinuierlich mit Atemgas versorgt wird. Er trägt dabei einen Tauchanzug und ein Drucklufttauchgerät.
Sowohl Freizeit- als auch Sporttauchen wird auch für Sportler*innen mit Sehbeeinträchtigung oder Blindheit angeboten. Manche Tauchvereine bilden speziell zum „Tauchbegleiter für Menschen mit Behinderungen“ aus. Sie bieten Seminare, Workshops und Zusatzqualifikationen an. Informationen hierzu erhält man beim Verband Deutscher Sporttaucher (VDST).
Homepage Verband deutscher Sporttaucher
International Association for Handicapped Divers (IAHD)
Beim Fußball für Menschen mit Blindheit spielen zwei Mannschaften mit jeweils fünf Spieler*innen gegeneinander.
Alle Feldspieler*innen tragen eine Augenbinde, sodass für alle gleiche Voraussetzungen geschaffen werden. Der Torwart ist ein sehender Sportler und spielt ohne Augenbinde. Interessant an dieser Sportart ist unter anderem das gemeinsame Spiel von sehenden und blinden Menschen.
Das Tor ist drei Meter breit und zwei Meter hoch und wird von einem Torraum mit den Maßen 5 × 2 Meter umgeben. Der Torwart muss sich während des Spiels ausschließlich im Strafraum aufhalten. Strafstöße werden von einem Punkt ausgeführt, der sich sechs Meter vom Zentrum des Tors entfernt befindet. Vor einem Strafstoß klopft der Torwart mit einem Stock an die beiden Torpfosten, um dem Schützen die Orientierung zu erleichtern.
Der verwendete Ball ist im Inneren mit Rasseln ausgestattet und somit akustisch wahrnehmbar. Er ist deutlich kleiner und schwerer als ein herkömmlicher Fußball, was zur Folge hat, dass er flach über den Boden rollt und besser am Fuß geführt werden kann.
Jede Mannschaft wird zusätzlich von einem eigenen Guide unterstützt, der hinter dem gegnerischen Tor positioniert ist und die angreifenden Spielerinnen durch Zurufe dirigiert. Der Torwart übernimmt die Kommunikation in der Verteidigung, während das Mittelfeld vom Trainer an der Seitenlinie gesteuert wird. Weitere Orientierung erhalten die Spielerinnen über ca. 1,10 Meter hohe Banden, die das gesamte Spielfeld umgeben.
Um Zusammenstöße zu vermeiden, rufen Spielerinnen beim Angriff das international verwendete Wort „VOY“, sobald sie sich dem ballführenden Gegner nähern. Alle Spielerinnen tragen zudem einen Kopfschutz zur Sicherheit.
Wichtige Voraussetzungen für diese Sportart sind ein gutes Gehör, ein ausgeprägter Orientierungssinn, Körperbeherrschung und ein enger Ballkontakt.
Das Spiel wird von insgesamt drei Schiedsrichtern geleitet.
Frag doch mal die Maus - Blindenfußball
Blindenfußball Bundesliga
Das sogenannte Blindentennis wurde in den 1980er-Jahren in Japan erfunden und hat vor Kurzem auch seinen Weg nach Deutschland gefunden. Damit jede*r mitspielen kann, wird ein etwas größerer, weicherer Ball verwendet. Dieser ist mit klingelnden Metallstäbchen gefüllt, sodass man ihn gut im Raum lokalisieren kann. Außerdem wird auf einem etwas verkleinerten Feld gespielt, und die Außenlinien sind durch eine kleine Erhebung taktil erkennbar. Ansonsten gelten die Grundregeln wie beim regulären Tennis.
Und es macht nicht nur Spaß: Durch das Tennisspielen können Menschen mit Blindheit oder Sehbeeinträchtigung auch ihren Gleichgewichtssinn, ihre Orientierung im Raum sowie ihre Kondition und Koordination verbessern.
Mitmachen ist ganz einfach – zum Beispiel beim jährlich stattfindenden Blindentennis-Workshop in Köln, der im Mai 2016 seinen Auftakt hatte. Er wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) und der Gold-Kraemer-Stiftung im Rahmen des Projekts „Tennis für alle“ organisiert. Mittlerweile finden sich deutschlandweit immer mehr Spieler*innen – so konnten im Sommer 2018 sogar die ersten Nationalen Blindentennis-Meisterschaftenin Löhne stattfinden.
(Amelie für das ISaR-Projekt 2018)
Bei der Sportart Torball handelt es sich um ein Mannschaftsspiel, das hohe Anforderungen an Konzentration, Koordination und Kondition stellt.
Die Mannschaften bestehen aus drei Spielerinnen sowie bis zu drei Ersatzspielerinnen. Die Spieler*innen sind zugleich Werfer*innen und Verteidiger*innen. Gespielt wird mit einem 500 Gramm schweren Klingelball. Alle Spielerinnen tragen eine Augenbinde, sodass der Ball ausschließlich über das Gehör geortet werden kann. Durch die Augenbinde werden für alle gleiche Voraussetzungen geschaffen – unabhängig vom Sehvermögen. So können Menschen mit und ohne Sehbeeinträchtigung gemeinsam diesen Sport ausüben.
Das Spielfeld ist 7 Meter breit und 16 Meter lang. Das Tor erstreckt sich über die gesamte Spielfeldbreite und ist 1,30 Meter hoch. Vor den Toren liegen jeweils drei Matten, die der räumlichen Orientierung dienen. Drei Leinen sind quer über das Spielfeld gespannt; an ihnen befinden sich Glöckchen, die eine akustische Wahrnehmung ermöglichen, wenn der Ball sie berührt.
Der Ball wird mit Schwung flach unter den Leinen hindurch in Richtung gegnerisches Tor geworfen. Ziel ist es, den Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Das verteidigende Team versucht, den Ball mit dem Körper abzuwehren und unmittelbar zum Gegenangriff überzugehen.
Ein Spiel dauert zweimal 5 Minuten, mit Seitenwechsel nach der Halbzeit.
Sobald der Ball eine der drei Leinen berührt, gilt das als Regelverstoß und führt zu einem Strafwurf. Der/die Spieler*in, der/die die Leinenberührung verursacht hat, muss das Spielfeld verlassen. Dann verteidigen nur noch zwei Spielerinnen das Tor. Bei dreimaliger Leinenberührung müssen zwei Spieler*innen ihre Matten verlassen – so ist eine Person allein für die gesamte Verteidigung verantwortlich.
Torball ist ein sehr schnelles Spiel, da sich der Ball jeweils nur maximal 8 Sekunden auf einer Spielfeldseite befinden darf.
Allgemeine Informationen zum Thema Goalball
Informationen vom DBSV
Seite von torballsport.de
Blinden- und Sehbehinderten Sportverein Dortmund
Der Spielgedanke beim Goalball ist derselbe wie beim Torball. Das Spielfeld ist 9 Meter breit und 18 Meter lang. Es ist durch eine Mittellinie in zwei gleich große Hälften geteilt. Das Tor erstreckt sich über die gesamte Spielfeldbreite und ist 1,30 Meter hoch.
Gespielt wird mit einem Klingelball, der 1.250 Gramm wiegt. Die Mannschaften bestehen jeweils aus drei Spielerinnen und bis zu drei Ersatzspielerinnen. Alle Spieler*innen tragen eine lichtundurchlässige Brille, sodass sie sich ausschließlich über das Gehör und die Markierungslinien auf dem Spielfeld orientieren können.
Ein Spiel dauert 20 Minuten und ist in zwei Halbzeiten zu je 10 Minuten unterteilt. Ziel ist es, den Ball in das gegnerische Tor zu werfen, während die verteidigende Mannschaft versucht, den Ball mit dem Körper abzuwehren. Nach einem Wurf muss der Ball mindestens einmal in jeder Spielfeldzone den Boden berühren.
Die angreifende Mannschaft darf den Ball jeweils nur 10 Sekunden in ihrer Kontrolle halten.
Goalball ist eine paralympische Disziplin.
Informationsseite zu Goalball
weitere Informationen zu Goalball
Goalball als paralympische Disziplin
Beim Showdown – auch Tischball genannt – handelt es sich um ein 1-gegen-1-Spiel, das an einem speziell gestalteten Tisch ausgetragen wird. Der Spieltisch hat die Maße einer Tischtennisplatte (1,2 m x 3,6 m), verfügt jedoch über abgerundete Ecken und ist von einer 14 cm hohen Bande umgeben.
An beiden Enden des Tisches befindet sich je ein Tor. In der Mitte des Tisches ist oberhalb der Bande eine vertikale Trennplatte angebracht. Der Ball muss unter dieser Trennplatte hindurch gespielt werden. Für jedes erzielte Tor gibt es 2 Punkte.
Die Spielerinnen schlagen den rasselnden Ball mit einem rechteckigen Schläger. Wird der Ball über die Trennwand in der Mitte oder über die Bande gespielt, erhält derdie Spieler*in einen Strafpunkt. Das Spiel wird anschließend mit einem Aufschlag fortgesetzt. Ein gültiger Aufschlag muss die Bande innerhalb der eigenen Spielfeldhälfte genau einmal berühren.
Im Gegensatz zum Aufschlag dürfen alle folgenden Angriffsbälle direkt oder mit beliebig vielen Bandenberührungen gespielt werden.
Beide Spieler*innen tragen eine lichtundurchlässige Augenbinde, sodass Menschen mit unterschiedlichem Sehvermögen unter gleichen Bedingungen gegeneinander spielen können.


