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Fakultät Rehabilitationswissenschaften

Hilfsmittel bei Blindheit

Bei Blindheit sind taktile und akustische Materialien und Hilfsmittel von Bedeutung. Als Schriftsystem steht die Brailleschrift (Punktschrift) zur Verfügung. 

Bei den folgenden Dateien handelt sich um eine Liste mit Materialien und Hilfsmitteln, die aus unserer Sicht als Erstausstattung für die Beschulung eines Kindes mit Blindheit in der Grundschule hilfreich sind. Zudem haben wir unterschiedliche Materialien für den integrativen Unterricht eines Kindes mit Blindheit zusammengestellt.

Es gibt mechanische, elektrische und elektronische Braille-Schreibmaschinen ("Punktschriftmaschinen). Die elektronischen Maschinen (z.B. Elotype, Mountbatten Brailler) können mit einem Computer verbunden werden und ermöglichen eine Vielzahl von Funktionen. Zum Beispiel können sie auch als Punktschriftdrucker (geringe Druckgeschwindigkeit) dienen.

Mit den meisten mechanischen Punktschriftmaschinen kann man 6-Punkt-Braille schreiben (z.B. Perkins-Brailler, Eurotype).

Die elektronischen Maschinen und eine mechanische Maschine von Erika Picht ermöglicht die Produktion von 8-Punkt-Braille (Computerbraille).
Der "Smart Brailler" der Firma Perkins funktioniert ähnlich die die "Perkins"-Schreibmaschine, hat aber zusätzliche Funktionen. Ein Display oberhalb der Tastatur zeigt die geschriebenen Buchstaben in visualisierter Form und zusätzlich die "Übersetzung" in Schwarzschrift. Diese ebenfalls elektronische Braille-Schreibmaschine kann dem Nutzer ein akustisches Feedback geben.

Braille-Schreibmaschinen, auch Punktschriftmaschinen genannt, sind unverzichtbare Hilfsmittel für die Erstellung von Brailleschrift. Sie sind in verschiedenen Varianten erhältlich – mechanisch und elektronisch – und bieten eine Vielzahl von Funktionen, die von der einfachen Eingabe bis hin zur computergestützten Anwendung reichen.


Mechanische Punktschriftmaschinen:

  • 6-Punkt-Braille: Die meisten mechanischen Braille-Schreibmaschinen, wie der Perkins-Brailler oder die Eurotype, sind speziell für das Schreiben in der 6-Punkt-Braille-Notation ausgelegt. Diese klassischen Maschinen sind robust und einfach zu bedienen.
  • 8-Punkt-Braille: Eine Ausnahme bildet die mechanische Maschine von Erika Picht, die zusätzlich die Produktion von 8-Punkt-Braille (auch als Computerbraille bekannt) ermöglicht. Diese Maschine wird allerdings nicht mehr hergestellt. 

Elektronische Punktschriftmaschinen:
Elektronische Maschinen wie der Elotype oder der Mountbatten Brailler bieten Funktionen. Sie können mit einem Computer verbunden werden, wodurch sie auch als Punktschriftdrucker (mit geringer Druckgeschwindigkeit) eingesetzt werden können.
Der Smart Brailler von Perkins kombiniert die Vorteile einer mechanischen Maschine mit moderner Technologie. Über der Tastatur zeigt ein Display die geschriebenen Buchstaben sowohl in visualisierter Form als auch in Schwarzschrift an. Der Nutzer erhält eine akustische Rückmeldung, was das Schreiben erleichtert und zusätzliches Lernen unterstützt. 

Braillezeilen sind spezialisierte Computerausgabegeräte, die den Bildschirminhalt in tastbare Brailleschrift übertragen. Sie werden direkt an einen Computer angeschlossen und sind eine zentrale Schnittstelle für barrierefreien Zugang zu digitalen Informationen.

  • Braillezeilen bestehen aus 40 bis 80 nebeneinanderliegenden Braillemodulen. Diese Module steuern die Braillepunkte elektronisch, wodurch Zeichen direkt tastbar gemacht werden, ohne dass eine Papierprägung notwendig ist.
  • Die ausgegebene Schrift basiert auf Euro-Braille, einem standardisierten Schriftsystem für die digitale Kommunikation.

Vorteile der Braillezeile:

  • Kein manuelles Übersetzen und Ausdrucken von Texten in Blindenschrift erforderlich.
  • Inhalte können direkt von digitalen Medien wie Festplatten, USB-Sticks, CDs oder dem Internet abgerufen werden.
  • Anders als gedruckte Punktschrift, die viel Raum einnimmt, bleibt das Material in digitaler Form gespeichert.
  • Blinde und sehende Nutzer*innen können gemeinsam arbeiten, da dieselben digitalen Inhalte sowohl visuell als auch taktil zugänglich sind.
  • In der Schule oder unterwegs sind portable Geräte wie Notebooks oder Laptops in Kombination mit einer Braillezeile besonders geeignet.

Ein Screenreader ist eine spezialisierte Software, die blinden Menschen den barrierefreien Zugang zu Computern, einschließlich Dateien und Internetseiten, ermöglicht. Der Screenreader verarbeitet den Bildschirminhalt und gibt die Informationen entweder über eine Braillezeile oder eine Sprachausgabe aus.
Screenreader werden von verschiedenen Anbietern entwickelt und sind mit unterschiedlichen Betriebssystemen und Programmen kompatibel. Nutzer*innen können festlegen, welche Inhalte der Screenreader ausgeben soll, z. B. Texte, Menüs oder spezifische Elemente auf Webseiten. Die Bedienung erfolgt entweder über Tastaturbefehle oder über spezielle Tasten auf der Braillezeile, die eine intuitive Navigation ermöglichen. Eine umfassende Schulung ist essenziell, um das volle Potenzial des Screenreaders auszuschöpfen. Dies schließt die Bedienung der Software und die Nutzung der kompatiblen Programme ein.

Mit einem handelsüblichen Scanner und einer Texterkennungssoftware (OCR) können gedruckte Texte für Nutzer*innen mit Sehbeeinträchtigung oder Blindheit aufbereitet werden. Es gibt unterschiedliche Arten von Software. Entweder selbstsprechende Software, die speziell für die Bedürfnisse nicht-sehender Menschen entwickelt wurde, oder Texterkennungsprogramme, die vielfach auch von sehenden Menschen genutzt werden. Durch das Scannen können Texte in elektronischer Form angeboten werden, die dann über Sprachausgabe, Braillezeile oder in ausgedruckter Form von nicht-sehenden Nutzer*innen gelesen werden können.
 

Um Texte in Brailleschrift ausdrucken zu können, werden ein Brailledrucker und ein Punktschriftprogramm benötigt. Diese Geräte und Programme ermöglichen es, digitale Texte in tastbare Punktschrift umzuwandeln.
Was ist Je nach Bedarf stehen unterschiedliche Modelle zur Verfügung:

  • Kompakte Geräte: Geeignet für den gelegentlichen Gebrauch, z. B. im Privathaushalt oder in kleinen Bildungseinrichtungen.
  • Hochleistungsdrucker: Entwickelt für den intensiven Einsatz, z. B. in Schulen, Unternehmen oder Druckzentren.
  • Druckgeschwindigkeit: Modelle variieren in der Druckgeschwindigkeit, die von wenigen Seiten pro Minute bis hin zu schnellen Produktionsgeschwindigkeiten reicht.

Das Schwellpapier ist ein Spezialpapier, welches mit einer hitzeempfindlichen Schicht versehenen ist (Mikrokapselpapier). Die darzustellenden Informationen werden mit einem Kopierer, Tintenstrahldrucker oder handschriftlich auf die beschichtete Seite des Papiers aufgebracht. In einem zweiten Arbeitsschritt werden die kopierten, bedruckten oder beschriebenen Schwellpapierseiten in einem Heizapparat (Fuser) erwärmt. Die Beschichtung quillt dadurch auf. Dabei erhitzen sich zuerst die geschwärzten Bereiche und dehnen sich somit schneller aus. Der Erwärmungsvorgang wird unterbrochen, so dass lediglich die geschwärzten Bereiche tastbar erhaben werden. 

Taktile Zeichenplatte mit tastbaren Markierungen zum Erstellen von Zeichnungen auf Kunststofffolie. Die mit einem spitzen Stift gezogenen Linien treten aus der Oberfläche hervor und sind dadurch tastbar. 

Ein taktiles Zeichenbrett ist ein Hilfsmittel, das speziell Menschen mit Blindheit und Sehbeeinträchtigung entwickelt wurde, um zeichnerische Darstellungen zu erstellen. Mit diesem Werkzeug können Linien und Formen so erzeugt werden, dass sie tastbar sind. Das Zeichenbrett wird in der Regel mit Kunststoffzeichenfolien verwendet. Mit einem spitzen Stift oder einem anderen geeigneten Zeichenwerkzeug wird auf der Kunststofffolie gezeichnet. Die gezogenen Linien treten auf der Oberfläche hervor und werden dadurch tastbar, sodass sie von Menschen mit Blindheit und hochgradiger Sehbeeinträchtigung mit den Fingern wahrgenommen werden können. So können z. B. Diagramme, Zeichnungen oder Skizzen erstellt werden. 

Anwendungsbereiche:

  • Erstellen von Diagrammen, Formen oder Landkarten im Unterricht.
  • Zeichnen von Kunstwerken oder Skizzen.
  • Erstellung von technischen Zeichnungen oder taktilen Darstellungen.

Vorteile:

  • Ermöglicht unabhängiges Arbeiten und kreatives Gestalten.
  • Fördert das Verständnis von grafischen Konzepten durch taktile Wahrnehmung.
  • Einfach zu bedienen, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

DAISY steht für Digital Accessible Information System (Digitales System für den barrierefreien Zugang zu Informationen) und bietet eine innovative Lösung für Hörbücher. Mit über 40 Stunden gespeicherten gesprochenen Texten auf einem einzigen Medium zeichnet sich das Format durch Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit aus.


Das DAISY-Format ermöglicht es, Inhalte effizient und individuell zu nutzen. Nutzer*innen können gezielt von Kapitel zu Kapitel springen, sich durch Seiten oder Absätze navigieren und sogar einzelne Sätze direkt anwählen. Diese Funktionalität macht es besonders nützlich für umfangreiche Texte wie wissenschaftliche Arbeiten oder Lehrmaterialien.


Ein weiteres Highlight sind die individuellen Anpassungsmöglichkeiten. Sowohl die Sprechgeschwindigkeit als auch die Klangqualität lassen sich den persönlichen Bedürfnissen anpassen. Dank der Möglichkeit, Navigationsmarken zu setzen, können wichtige Stellen einfach markiert und später wieder aufgerufen werden.
DAISY-Player, die speziell für dieses Format entwickelt wurden, bieten zusätzliche Komfortfunktionen. Sie sind handlich und intuitiv zu bedienen, was sie ideal für den täglichen Einsatz macht.